Fertigungstiefe

Definition

Fertigungstiefe bezieht sich auf den Grad der Fertigung, der von einem Unternehmen selbst ausgeführt wird, im Gegensatz zum Grad der Fertigung, der von Zulieferern oder anderen Dritten ausgeführt wird. Eine hohe Fertigungstiefe bedeutet, dass das Unternehmen viele Schritte in der Produktion selbst durchführt, während eine niedrige Fertigungstiefe bedeutet, dass das Unternehmen mehr von seinen Zulieferern oder anderen Dritten abhängig ist.

In diesem Beitrag:

Was ist eine hohe Fertigungstiefe?

Eine hohe Fertigungstiefe bezieht sich auf den Grad der Produktion, den ein Unternehmen intern durchführt, im Vergleich zum Grad der Produktion, die von externen Lieferanten oder Dienstleistern bezogen wird. Wenn ein Unternehmen viele Produktionsschritte selbst durchführt und nur wenige an externe Lieferanten oder Dienstleister auslagert, wird es als Unternehmen mit einer hohen Fertigungstiefe betrachtet.

Als Beispiel könnte ein Unternehmen mit einer hohen Fertigungstiefe 80% seiner Produktionsschritte intern durchführen und nur 20% an externe Lieferanten oder Dienstleister auslagern. Unternehmen mit einer niedrigeren Fertigungstiefe von 40% würde hingegen 40% der Produktionsschritte intern durchführen und 60% an externe Lieferanten oder Dienstleister auslagern.

Es gilt jedoch zu beachten, dass die optimale Fertigungstiefe für jedes Unternehmen unterschiedlich sein kann und von verschiedenen Faktoren wie der Produktkomplexität, den Kosten, der Nachfrage und den Markttrends abhängt. Aus diesem Grund müssen Unternehmen sorgfältig prüfen, welche Produktionsschritte intern durchgeführt werden sollen und welche an externe Lieferanten oder Dienstleister ausgelagert werden sollten, um die optimale Fertigungstiefe für ihre Bedürfnisse zu finden.

Fertigungstiefe: Vor- und Nachteile

  Hohe Fertigungstiefe Niedrige Fertigungstiefe
Vorteile • Höhere Kontrolle über den Herstellungsprozess
• Schnellere Produktion
• Größere Flexibilität bei Anpassung an Kundenbedürfnisse oder Marktanforderungen
• Geringere Fixkosten für Produktionsinfrastruktur
• Geringere Betriebskosten für Produktionsanlagen
• Zugang zu externer Expertise oder Technologie
Nachteile • Hohe Fixkosten für Produktionsinfrastruktur
• Höhere Investitionsanforderungen
• Unflexibilität bei Veränderungen des Marktes oder Kundenbedürfnisse
• Geringere Kontrolle über den Herstellungsprozess
• Geringere Qualitätssicherung
• Höhere Transport- und Logistikkosten

Trend: Verringerung der Fertigungstiefe

Die Verringerung der Fertigungstiefe ist ein aktueller Trend in der Fertigungsindustrie, der durch Konzepte wie Lean Organisation und Lean Production vorangetrieben wird. Das Ziel besteht darin, dass Unternehmen ihre Kernkompetenzen stärker fokussieren können, indem sie bestimmte Produktionsschritte an geeignete Lieferanten oder Dienstleister auslagern. Dadurch können Unternehmen Kosten reduzieren, Risiken minimieren und schneller auf sich ändernde Marktbedingungen reagieren.

Allerdings gibt es auch Herausforderungen und Risiken, die bei der Verringerung der Fertigungstiefe berücksichtigt werden müssen. Das Outsourcing von Produktionsschritten an Dritte kann zu einer Erhöhung von Transaktionskosten führen, da die Anforderungen an die Beschaffung und das Lieferantenbeziehungsmanagement steigen.

Es ist daher wichtig, dass Unternehmen die Kosten-Nutzen-Abwägung sorgfältig prüfen und bei Make-or-Buy-Entscheidungen (eigene Produktion oder externe Fertigung) die Anforderungen an die Beschaffung und die Beziehung zum Lieferanten berücksichtigen, um die Wirtschaftlichkeit nicht zu beeinträchtigen.